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    Zentrale der luxemburgischen Pfadfinder-organisation FNEl

    Raue Schale, warmer Kern

    Die FNEL, Fédération Nationale des Eclaireurs et Eclaireuses du Luxemburg (Verband Luxemburgischer Pfadfinder), hat in Luxemburg-Stadt ihre neue Zentralstelle eingeweiht. Das vom ortsansässigen Architekturbüro heisbourg strotz architectes geplante Bauwerk beeindruckt mit seiner rauen Gebäudehülle aus Cortenstahl. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich, dass es sich um einen Holzmassivbau aus Brettsperrholzelementen von Lignotrend, Weilheim-Bannholz, handelt, dessen warmes und freundliches Interieur ganz besondere Innenraumqualitäten entwickelt.  

    news

    Der Pfadfinderbewegung, die 1907 in Großbritannien gegründet wurde, haben bis heute weltweit etwa 300 Millionen Menschen angehört. Auch in Luxemburg erfreut sich die internationale, religiös und politisch unabhängige Erziehungsbewegung für Kinder und Jugendliche großer Beliebtheit und die neue Zentrale der ältesten und nicht-konfessionellen Pfadfindervereinigungen Luxemburgs im Stadtteil Cents wurde sehnlich erwartet. Ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme wurde sie im Mai 2013 vom früheren Großherzog Jean feierlich eröffnet.

     

     

    Neue Schicht über alten Mauern

     

    Als die Architekten den Auftrag für das Gebäude erhielten, sahen sie sich mit einem sehr vielschichtigen Raumprogramm und einem Grundstück konfrontiert, dessen Untergrund gespickt ist mit den baulichen Überresten des Fort Dumoulin, einem ehemals der Stadt vorgelagerten Kastell, dessen genaue Lage vormals nicht bekannt war. Die genaue Position des Neubaus konnte erst parallel zu den laufenden Gebäudeplanungen festgelegt werden, nachdem umfangreiche Grabungen den Grundriss des alten Forts offenlegten. Nach Absprache mit dem Denkmalschutz entstand die Idee, das Gebäude als neue Schicht über dem historischen Gelände in Holzbauweise auf einer tischartigen Bodenplatte aus Stahlbeton zu errichten, die nur auf wenigen Stahlbetonpfeilern gründet. Die alten Festungsreste durften dabei nicht angetastet werden, was beispielsweise zur Folge hatte, dass die Bodenplatte im Bereich der Garage frei auskragend dimensioniert werden musste, um einen alten Tunnel zu erhalten.

    Die neue Zentrale umfasst einen Verwaltungsbereich, drei Besprechungsräume, eine Bibliothek mit Cafeteria, einen kleinen Laden, einen Mehrzweckraum für 250 Besucher mit angegliederter Profi-Küche, diverse Lagerräume für sämtliches Material, das die derzeit 25 luxemburgischen Pfadfindergruppen für ihre Aktivitäten benötigen, sowie eine kleine Wohnung für ehrenamtliche Mitarbeiter. Zwei zweigeschossige Baukörper mit zueinander versetzten, leicht geneigten und extensiv begrünten Pultdächern werden durch einen eingeschossigen Gebäudeteil verbunden, der im Erdgeschoss einen Teil des Foyers, Sanitärräume und Küche beherbergt und dessen Flachdach dem Obergeschoss als Terrasse dient. Ein Aufzug macht das Gebäude barrierefrei zugänglich und dient außerdem zum Transport der Waren, die in einem kleinen hausinternen Laden verkauft werden.

     

     

    Multifunktional und dennoch schlicht

     

    Im Gegensatz zu seinem auffälligen, etwas provokanten und rauen Stahlgehäuse mit der rostroten Patina ist die Innenraumgestaltung des Gebäudes freundlich und zurückhaltend. Hier dominiert helles Weißtannenholz den Boden- und Deckenbereich sowie Teile der Wandflächen. Für den Aufbau der Holztafelwände wurden Massivholz-Elemente von Lignotrend, LIGNO Fux 6 mit einseitiger Sichtseite aus Echtholz, verwendet. Sie sind als Brettsperrholz-Kastenelemente aufgebaut. Gegenüber voll massiven Bauteilen wird beim Aufbau der Elemente mit Hohlräumen eine hohe Materialeffizienz erreicht: Die Bauteile bewahren bezüglich ihrer Qualität und Tragfähigkeit ein optimales Maß an massivem Holz und sparen gleichzeitig im Querschnitt sinnvoll Material ein. Die Hohlräume in den Brettlagen ermöglichen außerdem eine flexible Installationsführung.

    Die in der hochmodernen Abbundanlage von Lignotrend fix und fertig vorbereiteten Decken- und Dachelemente sowie die beim Holzbauunternehmer aus Wandmodulen zu ganzen Bauteilen vorgefertigten Wandelemente ermöglichten die sehr schnelle Montage auf der Baustelle, während die Fügungsdetails der Bauteile verborgen bleiben. Mit den schlichten, multifunktionalen Elementen konnten die Architekten jene dezente und elegante Gebäudeanmutung realisieren, die vom Bauherrn gewünscht war.

    Unter der Cortenstahl-Verkleidung der Fassade verbergen sich wärmebrückenminimierende U*psi-Dämmständer von Lignotrend mit dazwischen eingeblasener Zellulose-Dämmung. Die Dämmständer wurden stehend auf die Wände geschraubt und an der Vorderseite mit 15 Millimeter starken, diffusionsoffenen und feuchtebeständig verleimten Holzfaserplatten, sogenannten DHF-Platten, verschlossen. Darauf wurde eine Folie als Windsperre aufgebracht und die Cortenstahl-Platten im Anschluss in eine von den Dämmständern getragene Unterkonstruktion eingehängt.

     

     

    Beste Werte für Raumklima und Raumakustik

     

    Effektive Schallabsorption im Gebäudeinnern lag dem Bauherrn besonders am Herzen. Um den Geräuschpegel zu minimieren, wurden für die Untersicht sämtlicher Deckenflächen geschlitzte Holzelemente mit dahinterliegenden Schall absorbierenden Holzfaserplatten, dem Akustikprofil LIGNO Akustik, gewählt. Auch die Sichtlage zeigt dabei nicht etwa ein Dekor, sondern natürlich gewachsenes Holz – hier speziell die astreine Weißtanne, bei der durch Entfernen der Aststellen ein schlichtes, edles Erscheinungsbild entsteht.

    Für die tragende Decken- und Dachkonstruktion kamen die Produkte LIGNO Rippe Q3 beziehungsweise Block Q3 zum Einsatz. Die besonders große Spannweite im Bereich des Mehrzwecksaals konnte mit dem 309 Millimeter hohen Typ LIGNO Rippe Q3 BV frei überbrückt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Spannrichtungen der Deckenelemente wurden an manchen Flächen erst nachträglich abgehängte Akustikpaneele LIGNO Akustik light in der gleichen Art montiert. So passt die Lamellenrichtung zum Grundriss und gleichzeitig konnten hinter den Elementen größere Installationsräume quer zur Deckenspannrichtung hergestellt werden.

    Die tragenden Lignotrend-Deckenbauteile zeichnen sich neben der ab Werk integrierbaren raumakustischen Absorptionsfunktion durch außerordentlich guten Schallschutz aus. Insbesondere dämmen sie den Trittschall im tiefen Frequenzbereich, wo bei herkömmlichen Deckenlösungen im Holzbau oft störende Gehgeräusche übertragen werden.

     

     

    Bauweise als wichtige Komponente des Energiekonzepts

     

    Die Holzbauweise mit Wand-, Decken- und Dachelementen von Lignotrend spielte eine entscheidende Rolle für das angenehme Raumklima, welches die Benutzer des Gebäudes wahrnehmen. Zusammen mit der hervorragenden Dämmung und den dreifachverglasten Fenstern stellen die Massivholz-Bauelemente den Niedrigenergiestandard des Gebäudes sicher. Die restliche benötigte Energie wird über einen Gas-Brennwertkessel zur Verfügung gestellt. Die Frischluftversorgung sämtlicher Räume wird über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung geregelt und die Elektroinstallationen wurden so ausgelegt, dass der Stromverbrauch auf ein Minimum reduziert wird.

    Konfigurationsübersicht

    Verwendete Bauteile

      Referenzbezogene

      Downloads

        Projektbeteiligte

      • hsa - heisenbourg strotz architectes 

        Architekt

        Rue Adolphe Fischer 13

        L - 1520 Luxembourg
         

        www.hsa.lu

      • Prefalux S.A.

        Ausführung

        18 Rue de la Gare
        LUX - 6117 Junglinster

        www.prefalux.lu

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