In einem niedersächsischen Ort mit nüchterner 20.-Jahrhundert-Architektur entstand ein ungewöhnlicher Holzbau: ein Statement für Baukultur und handwerklichen Stolz. Prägend für den allumfassenden Innenraum: Wände und – akustisch wirksame – Decken aus Weisstanne von Lignotrend.
Als Besitzer eines Holzbaubetriebs im niedersächsischen Lohne, der bereits einige preisgekrönte Bauten realisiert hat, liess sich Konrad Krogmann von der Rückbesinnung süddeutscher und österreichischer Zimmerleute auf ihre handwerkliche Tradition und deren zeitgemässer Weiterentwicklung inspirieren. Mit seinem Büroneubau wollte er in einer Gegend, in der Häuser üblicherweise in Stein errichtet werden, ein Zeichen für den modernen Holzbau setzen und dabei die Leistungsfähigkeit seines Unternehmens demonstrieren.
Diese Vorstellungen übersetzten Despang Architekten, Hannover, Dresden, München und Lincoln (USA), in ein – in mehrerlei Hinsicht richtungweisendes – Gebäude, das im Ort für viele Diskussionen gesorgt hat. Es steht in der Südostecke des Grundstücks, die sich nach gründlicher Analyse als optimal in Bezug auf Sonnen- und Tageslicht, aber auch auf die Erschliessung erwies. Durch einen Sockel ist der Bau leicht über das Gelände herausgehoben, und er hat Ähnlichkeit mit einem Trichter, der sich nach Süden, Richtung Ortsmitte und zum grossen Vorplatz wendet. Betont wird diese Hinwendung durch die Gestaltung als Rahmen mit zweigeschossiger Vollverglasung. Damit demonstriert das Unternehmen Transparenz, Nachbarn und Passanten können jederzeit die sechs Mitarbeiter und ihren Chef beim Arbeiten beobachten.
Der Innenraum ist als ungeteiltes Volumen gestaltet und stellt damit hohe Anforderungen an eine arbeitsplatzgemässe Raumakustik. Wände und Decke tragen eine Weisstanneverkleidung, die scheinbar die Glasfassade durchstösst, sich nach aussen umknickt und so den Rahmen bildet. Im Kontrast zur weit geöffneten, Wärme vermittelnden Front ist der Rest des Gebäudes fast ganz geschlossen und mit dunklen Faserzementtafeln umhüllt.Die Längsseiten und das Dach laufen in Richtung der schmalen, eingeschossigen Eingangsseite im Norden aufeinander zu. Auf dieser Seite sind zwei Boxen eingestellt, in der Nebenräume wie Toiletten und der Kopierraum Platz finden und die gleichzeitig als Wärmepuffer dienen.