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Ecolar

ECOLAR Intelligentes Design²

Lignotrend-Elemente im Solar-Decathlon-Haus der HTWG Konstanz.
Das Projektteam ECOLAR der HTWG Konstanz erreichte bei der Solar Decathlon-Weltmeisterschaft 2012 in den Teilkategorien „Konstruktion und Engineering“ sowie „Industrialisierung und Markttauglichkeit“ den 1. Platz. In beiden Kategorien konnten dazu unter anderem die Deckenelemente von Lignotrend beitragen: Deren Multifunktionalität ermöglichte die Entwicklung ungewöhnlicher technischer und zugleich architektonisch eleganter Lösungen, die Vorfertigung in industrieller Präzision unterstützte die modulare Bauweise und den schnellen Aufbau. 

Der zentrale Grundgedanke des Entwurfs ist die Erweiterbarkeit bzw. Reduktionsmöglichkeit. Dazu entwickelten die Studierenden ein Baukastensystem mit einer Tragstruktur aus hölzernen Stützen und Trägern, in die Boden-, Decken- und Wandelemente eingefügt werden können. Zu den Rahmenbedingungen, die das Projektteam festgelegt hatte, gehörte außerdem der ausschließliche Einsatz heimischer Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die maximale Effizienz der eingesetzten Materialien war grundsätzliches Entwurfsprinzip. 

Passt Perfekt

Die Brettsperrholz-Rippenelemente von Lignotrend erfüllen diese Bedingungen von Haus aus: Sie sind multifunktional und flexibel, materialeffizient und bestehen aus heimischem Holz. Sie passen beispielsweise durch ihre präzise Vorfertigung exakt in die neu ent­wickelten Module der Konstruktion und unterstützen damit einen zeit- und kosteneffizienten Aufbau. Bei exzellenter Formstabilität der Deckenelemente können große, flexible Räume entstehen.

Besonders kreativ nutzte das ECOLAR-Projektteam den multifunktionalen Aufbau der besonderen Brettsperrholz-Elemente, bei denen bereits während der Herstellung durch Anordnung der Brettlagen auf Abstand Hohlräume entstehen. Sie dienen üblicherweise als Installationsraum, zur Aufnahme schallschützender Kalksplittschüttungen oder für Akustikabsorber.

Dieses Prinzip nutzte das Projektteam hier für die Raumklimatisierung: Statt der Akustikabsorber wurden wasserdurchströmte Lehmplatten in die Decken eingelegt. Die tagsüber aufsteigende Warmluft gelangt zwischen den Holzlamellen in die Lehmschicht und wird dort absorbiert. Über eine PCM-Schicht mit Außenluftkontakt wird dieses Hybridelement wieder entladen. Auf diese Weise bleibt der Energiebedarf für die Kühlung gering – und die Technik bleibt elegant hinter der lamellierten Decke in astreiner Weißtanne verborgen.

Text: Dagmar Ruhnau

Mehr Informationen unter www.ecolar.de.
© pro publica, Filderstadt (www.pro-publica.de)Bilder: Ecolar / HTWG Konstanz